Reiserücktritt von Billigflug oft kostspielig und bürokratisch

Kann man eine Reise nicht wie geplant antreten und muss die gebuchten Flüge stornieren, ist dies in der Regel mit einem sehr hohen finanziellen Verlust verbunden.
Den für die Flugtickets gezahlten Preis erhält man meistens nicht zurück und zusätzlich fallen auch noch die sehr hohen Nebenkosten an.
Der größte Teil der Fluggesellschaften zahlen durchschnittlich nur 56 Prozent an den Kunden zurück.

 

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des ADAC.
Der Club untersuchte die Erstattungspraxis von insgesamt 15 Fluggesellschaften.
Die Riege der Billigflieger fiel in diesem Test besonders negativ auf.
Ryanair liefert dabei die größte Dreistigkeit gegenüber dem Kunden. Bei einer Stornierung dieser Flugtickets erhält man überhaupt keine Rückzahlung.
Dem Kunden steht aber eine Rückzahlung der Flughafensteuern und der Luftsicherheitsgebühren zu.
Mehr als 80 Prozent der Nebenkosten erstatten die folgenden Fluggesellschaften: SAS, Spanair, Turkish Airlines, Tuifly und Condor.

 

Schaut man sich die Geschäftsbedingungen der meisten Fluggesellschaften an, fehlt dem normalen Kunden der Durchblick. Diese Transparenz bemängeln selbst die Experten des ADAC.
"Es war meist nicht ersichtlich, woraus sich die Pauschale zusammensetzt", diese Aussage machte der ADAC-Rechtsexperte Michael Nissen.
Neben den obligatorischen Komponenten Flughafensteuern und Luftsicherheitsgebühren könnten in den Nebenkosten auch Zuschläge der Airlines stecken, zum Beispiel für Kerosin.

 

Bei den großen Fluggesellschaften (Lufthansa oder Air France) ist es kein Problem gewesen, dass man eine Pauschale zurück bekommt.
Das Rückerstattungsverfahren gestaltet sich bei den sogenannten Billigairlines oft teuer und sehr kompliziert.
"Mit Ryanair konnte man nur per Einschreiben nach Irland Kontakt aufnehmen", so der Hinweis des Rechtsexperten.

 

Aber auch easyJet glänzt nicht bei der Rückerstattung. Bevor man Informationen zum Rückerstattungsverfahren bekam, mussten die Tester erst sehr viel Geld in eine Teure 0900-Hotline investieren.
Aber auch Germanwings handelt diesbezüglich nicht gerade kundenfreundlich.
In einem Erstattungsfall bei dieser Fluggesellschaft hätten sich die Kunden durch ein Formular mit neuen Seiten durcharbeiten müssen.

 

Vor allem bei Fluggesellschaften, welche die Buchung über das Internet leicht und unkompliziert gestalten und die Bezahlung mit Kreditkarte anbieten, stellen ihren Kunden oft bürokratische Hürden auf.
Den Rechtsexperten des ADAC wundert diese Taktik der Gesellschaften nicht.
Man könnte vermuten, dass einige der Fluggesellschaften darauf spekulieren, dass die Kunden entnervt aufgeben und auf eine Rückerstattung verzichten.